Ich glaube, an diesem Punkt sind wir alle bestens vertraut mit der Regel Nr. 1 des Krafttrainings:
„Do not skip leg day!“ („Beintag ist Pflichttag!“)
Klingt ja ganz vernünftig, oder? Das Problem ist bloß, dass man Zugang zu geeignetem Fitness-Equipment fürs Beintraining braucht…wenn’s denn ein ordentlicher Beintag sein soll.
Zudem kann die Wahl des „richtigen“ Geräts für den Zweck ein wenig knifflig sein…vor allem neuerdings, aufgrund einer fortdauernden Flut an neuen Unterkörper-fokussierten Geräten.
Zum Glück ist es nicht allzu schwierig, auch mit den traditionelleren Beinmaschinen ein richtig gutes Bein-Workout hinzubekommen. Wenn’s um den Aufbau von Quadrizeps, Waden und sonstiger Bein-Hauptmuskulatur geht, sind die bewährten Übungen à la Langhantelkniebeugen, Multipresskniebeugen, Beinpressen, und Hackenschmidt-Kniebeugen weiterhin die unangefochtenen Champions!
Allerdings beantwortet das noch immer nicht die Frage, welches spezifische Fitnessgerät am besten für eben diese Beinübungen geeignet ist.
Die Multipresse
Zwar ist die Multipresse nicht ganz so geschichtsträchtig wie die beiden „Basics“ (Power-Rack und Kniebeugenständer. Nichtsdestotrotz) hat sie sich zu einem Eckpfeiler des modernen Krafttrainings gemausert. Ihr Hauptmerkmal, eine geführte Hantelstange, hebt sie von anderen Alternativen ab.
Die Langhantel der Multipresse (auch „Smith-Bar“ genannt) bewegt sich entlang einer festen Bahn, sodass die Bewegung kaum noch Stabilisierungsarbeit erfordert. Somit stellt die Multipresse ein ideales Gerät für Solo-Kraftsportler dar, die ohne Spotter trainieren, für die Rehabilitation bei Verletzungen sowie für Einsteiger, die an ihrer Grundtechnik arbeiten.
Ebenso ist die feste Stangenführung für erfahrenere Kraftsportler geeignet, die ihre Workouts variationsreicher gestalten wollen. Smith-Bar-Versionen von Kniebeuge, Ausfallschritt, Wadenheben, Split-Kniebeuge und vom Rumänischen Kreuzheben (RDL) sorgen für einen etwas anderen Stimulus und fördern das Muskelwachstum mehr noch als ihre herkömmlichen Langhantel-Gegenstücke.
Was Sie bedenken sollten
Gerätestabilität ist wichtig. Sehr wichtig. Multipressen mit breiterer Basis und stämmigeren Standsäulen sorgen für eine insgesamt sicherere, stabilere Kraftübungs-Experience.
Denken Sie außerdem daran, Ihre Deckenhöhe auszumessen, ehe Sie sich für ein Gerät entscheiden.
Die beste Multipresse nutzt nur wenig, wenn sie partout nicht in Ihre heimische Gym-Ecke hineinpassen will.
Was spezifische Multipressenmodelle angeht, so sind die M1 Pro und die BPC06 eine gute Wahl für Home-Gym-Athleten.
Das Hackenschmidt-Beinpressen-Kombigerät
Im vorigen Abschnitt haben wir die vorteilhaften stabilisierenden Eigenschaften der Multipresse hervorgehoben.
Das Hackenschmidt-Beinpressen-Kombigerät entgegnet dem bloß: „Halt mal mein Bier, Junge!“
Denn dieser Gerätetyp eliminiert den Bedarf an Stabilisierungsarbeit praktisch komplett sowie auch die etwaige Beanspruchung des Kreuzes durch schwere Langhanteln.
Anders als das übrige hier besprochene Fitness-Equipment für die Beine unterstützen Hackenschmidt-Beinpressen-Kombigeräte jedoch ein eher begrenztes Spektrum an Übungen. Während Oberkörper-Training damit praktisch außer Frage steht, sind diese Geräte ideal fürs beinbetonte Volumentraining, für unilaterales (also auf ein Bein konzentriertes) Training und/oder als Ergänzung zu einem eigenständigen Rack (Multipresse, Power-Rack oder Kniebeugenständer).
Was Sie bedenken sollten
Bei jeglichen Gerätedaten kann man sich leicht in den Details verlieren, aber bei Hackenschmidt-Beinpressen-Kombigeräten gibt es ein paar Daten, bei denen es sich lohnt, genauer hinzuschauen:
Die Angabe der dynamischen Belastbarkeit entspricht der maximalen Trainingskapazität des Geräts. Vereinfacht ausgedrückt, zeigt sie an, was das Gerät aushalten kann, während sie aktiv daran zugange sind.
Die statische Belastbarkeit ist die Gesamtlast, die das Gerät außerhalb der Nutzung tragen kann. Diese Zahl ist stets höher (und zwar meist deutlich) als die Angabe der dynamischen Belastbarkeit.
Die Stahlstärke gibt an, wie dick der Stahl des Geräts ist. 3-Millimeter ist Standard-Studioqualität.
Wenn’s ums jeweilige Optimieren dieser Attribute geht, ist das Modell Gazelle mit seinen ca. 408 Kilogramm dynamischer Belastbarkeit, ca. 680 Kilogramm statischer Belastbarkeit und seinem 3-Millimeter-Stahl ein starker Kandidat. Bietet es Raum für erheblichen Kraftzuwachs, bevor ein neues Gerät angesagt ist.
Das Power-Rack
Mag das gute, alte Power-Rack auch nicht so „High-End“ sein wie die oben genannten Geräte, so verfügt es über die wohl größte Funktionalität aller hier besprochenen Ausstattungen. Anders als bei der Multipresse ist die Stange beim Power-Rack nie fest geführt. Der geneigte Kraftsportler muss die Stange also bei jeder Wiederholung selbst aktiv führen. Einerseits macht diese Anforderung die Handhabung objektiv schwieriger, andererseits macht sie das Power-Rack zu einem bevorzugten Equipment für all jene, die besonderen Wert auf ganzheitliche Kraftentwicklung und natürliche Bewegungsabläufe legen.
Das Power-Rack ist der Startpunkt (und Endpunkt) für so gut wie jede wesentliche Langhantelübung. Zusätzlich verfügen diverse Power-Racks über erweiterte Funktionalität mittels Kabelzügen, Klimmzugstangen, Dip-Barren und Landmine-Aufsätzen. Diese Zusatzausstattung macht aus dem wirkungsvollen Beintrainings-Equipment ein Rundum-Trainingsgerät.
Was Sie bedenken sollten
Die Stahlstärke (speziell die der Standsäulen) und die Robustheit des Rahmens insgesamt sind das allererste, auf das zu achten ist. Ein Power-Rack, das bei Belastung sichtbar nachgibt, ist in aller Regel zu meiden. Das Aufsatzsystem des Power-Racks (z.B. Hebelarme, Gürtelkniebeugen-Aufsatz) und die Deckenfreiheit (um bei Klimmzügen nicht gegen die Decke zu knallen!) stellen zwei weitere Schlüsselpunkte dar.
Der Kniebeugenständer
Der gute, alte Kniebeugenständer: ein simples Gerät, mit dem alles angefangen hat…
Heutzutage liefern Kniebeugenständer eine Funktionalität (fast) auf Power-Rack-Niveau – und das bei geringerem Platzbedarf und einem Preis unterhalb aller bisher besprochenen Geräte. Alle Kniebeugenständer eignen sich für die „Big 3“ der Langhantel-Grundübungen (Bankdrücken, Kniebeugen, Kreuzheben), und viele lassen sich durch unterschiedliche Aufsätze erweitern.
Was Sie bedenken sollten
Kraftsportler mit begrenztem Platzangebot fürs Training zu Hause (etwa in kleinen Wohnungen oder im Hobbykeller) sowie auch diejenigen, die kein volles Vier-Pfosten-Rack benötigen, kommen mit dem schlichten Kniebeugenständer in den Genuss unverhältnismäßig vieler Vorteile. Wer mit ganz besonders knappem Platz auskommen muss, der sollte ein Klapp-Rack in Betracht ziehen. Diese Variante lässt sich an die Wand montieren und nach Gebrauch ganz flach und bündig zusammenklappen.
Die besten Fitnessgeräte für Beine…
Ja, schon klar: Wir haben zur Qual der Wahl wohl eher beigetragen als Linderung zu verschaffen…
Sicher: Wir haben gezeigt, welches Beintraining-Equipment am effektivsten und effizientesten ist, aber es liegt uns fern, irgendwem vorzuschreiben, ob der persönliche Schwerpunkt auf Freihanteltraining, Schienenführung, Kabelzugübungen oder auf irgendeiner Kombination daraus liegen sollte.
Festzuhalten bleibt, dass man mit diesen Unterkörper-Basics kaum etwas falsch machen kann…solange man sich weiterhin an Regel Nr. 1 hält…





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